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VORBERICHT ZUR 31. SCHWÄBISCHEN HALLENMEISTERSCHAF
 

Es läuft gerade die fünfte Minute im Finale des Vorrunden-Turniers zur Schwäbischen Endrunde im Hallenfußball. Zwischen der TSG Thannhausen und dem SC Bubesheim steht es immer noch 0:0. TSG-Hallenspezialist Stefan Selig ist am Ball und wird von einem gegnerischen Spieler attackiert. Dann ein Schlag. Selig wird am linken Knöchel getroffen. Das Ende für den Mittelfeldakteur in diesem Finale, das der Bayernligist am Ende 4:2 nach Verlängerung gewinnt.

Richtig freuen kann sich Selig allerdings nicht. Denn nach dem frühzeitigen Aus im Endspiel steht eines schnell fest: Auch die Endrunde in Augsburg findet ohne den dreimaligen besten Spieler des Turniers statt. Eine Bänderdehnung zwingt ihn zum Zuschauen. „Ich werde wohl erst Mitte kommender Woche wieder mit dem Lauftraining beginnen können“, sagt der 31-Jährige. Bitter, denn die Augsburger Stadthalle avancierte in den vergangenen Jahren zum zweiten Wohnzimmer von Selig: „Das Endturnier in Augsburg ist immer ein Highlight. Da hätte ich schon sehr gerne gespielt.“

Und auch sein neuer Trainer verzichtet nur äußerst ungern auf seinen „Achsenspieler“: „Wenn ein solcher Spieler ausfällt, ist es doch klar, dass die TSG Thannhausen nicht so gut spielen wird, wie mit Stefan Selig“, sagt Uwe Neunsinger. Als Ausrede will der neue TSG-Coach das Fehlen seines Spielmachers nicht nützen: „Wir fahren nicht nach Augsburg, um dort gleich in der ersten Runde rauszufliegen!“

Zumal mit dem Kissinger SC eine durchaus lösbare Aufgabe wartet. Der Bezirksligist qualifizierte sich mit einem Sieg gegen den BC Aichach völlig überraschend für das Finalturnier. Zu verlieren haben die Spieler von Alex Spöttel dort allerdings nichts. Und genau darin lauert für Neunsinger auch die Gefahr: „Die Jungs werden heiß sein und um ihr Leben kämpfen. Die darf man nicht unterschätzen.“

Dennoch: Das Halbfinale muss gegen eine Mannschaft, die drei Ligen unter Thannhausen auf einem Abstiegsplatz steht, im Bereich des Möglichen sein. Da redet auch Stefan Selig nicht um den heißen Brei herum: „Es gilt die Pflicht zu überstehen und danach sehen wir weiter.“ Er wird seinen neuen Trainer auf der Bank unterstützen: „Zu Hause würde ich es eh nicht aushalten“, sagt Selig. Eine Hilfe, die der neue Übungsleiter gerne annimmt. „Stefan kennt die Spieler viel besser als ich“, so Neunsinger. „Er kann mir in brenzligen Situationen vielleicht den ein oder anderen nützlichen Tipp geben.“

Einen weiteren Punkt, der Neunsinger optimistisch stimmt und ihn von einer erfolgreichen Endrunde träumen lässt, nennt der Oberfranke klar: die Fans. „Thannhausen ist bekannt für seine stimmgewaltigen Fans“, freut sich Neunsinger auf die Stimmung in der Augsburger Stadthalle. „Ich hoffe, dass sie auch dieses Jahr wieder zahlreich kommen.“ Zumal der Coach die Stimmung in der Sporthalle durchaus einzuschätzen weiß. 1989 nahm er mit dem SC Schwabach hier an der Bayerischen Meisterschaft teil. „Da brannte die Hütte“, blickt er heute zurück.

Damals flog er gegen den FC Augsburg aus dem Turnier. Gegen den gleichen Gegner könnte es nach einem Sieg gegen Kissing im Halbfinale kommen. Neunsinger hätte noch eine Rechnung zu begleichen.

Der Kader: Steidle, Amann - Dischl, Berchtold, Winzig, Onyemaeke, Lux, Geldhauser, Balogh, Gauder.


Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten