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INTERVIEW MIT OLIVER SCHMID VOR DEM SPIEL GEGEN SP
 

Was kann da schon schiefgehen ...

Jetzt geht's los: Mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer SpVgg Bayreuth startet die TSG Thannhausen am Samstag (15 Uhr) in die Frühjahrsrunde der Fußball-Bayernliga. Vor dem Anpfiff blickt Trainer Oliver Schmid sehr zuversichtlich in die Zukunft. Der 30-Jährige sieht sein Team bestens vorbereitet für das Unternehmen einstelliger Tabellenplatz - und irgendwann darf's aus seiner Perspektive auch ein bisschen mehr sein.


Zum Start ins Fußball-Jahr kommt gleich der denkbar schwerste Gegner nach Thannhausen: Fühlt sich die TSG stark genug für einen Heimsieg?

Schmid: Die Vorrunde hat bewiesen, dass wir gerade gegen Spitzenmannschaften (fast) immer gut ausgesehen haben. Auch wenn Bayreuth als Favorit in die Partie geht, wollen wir natürlich mit einem Sieg starten - zumal wir in Bayreuth mit das schlechteste Spiel der Vorrunde gezeigt haben. Da gibt es noch etwas gutzumachen.


Nach dem Trainingslager in der Türkei hatten Sie die Aufstellung für den Auftakt-Kracher weitgehend im Kopf. Verraten Sie uns, wer spielt?

Schmid: Jede Mannschaft hat ein Gerüst an Führungsspielern, die in der Regel auflaufen. Bei uns sind das Sebastian Steidle, Marian Dischl, Stefan Mittelbach, Stefan Selig, Bayram Sadrijaj und Mijo Stijepic.


In dieser Liste fehlt einer der Neuzugänge. Sind die noch nicht so weit?

Schmid: Mittelfristig werden uns die vier Neuen auf jeden Fall weiterhelfen - sportlich und charakterlich. Aber zu sagen, einer von ihnen ist sofort dabei, ist angesichts der Qualität meiner bisherigen Spieler schwierig. Im Einzelnen: Peter Struck ist tatsächlich noch nicht so weit; Manuel Degendorfer war aus beruflichen Gründen nicht im Trainingslager dabei und steht deshalb natürlich auch gegen Bayreuth nicht zur Debatte; Patrick Marschlich steht dicht vor einem Einsatz - obwohl ich nicht weiß, ob gegen Bayreuth so viel Offensive gefragt ist; Amodou Abdullei schließlich hat mit Sadrijaj und Stijepic einfach sehr große Konkurrenz im Sturm.


Noch einmal kurz zurück in die Türkei: Warum ist die TSG überhaupt so weit gereist? Das Wetter hier war doch zauberhaft ...

Schmid: Wir hatten in der Vergangenheit dort schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren waren wir in der Türkei, danach waren wir im DFB-Pokal und hatten das unvergessliche Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Letztes Jahr waren wir auch in der Türkei und sind danach in die Bayernliga aufgestiegen. Jetzt waren wir eben wieder dort - was kann da schon schiefgehen ...


Zuweilen scheint's, als sei bei der TSG immer alles in bester Ordnung. Keine Ausraster, keine Undiszipliniertheiten, keine richtig Unzufriedenen. Wie halten Sie die Jungs bei Laune - und gleichzeitig auf dem Teppich?

Schmid: Wenn erwachsene Leute zusammen arbeiten und jeder weiß, worum es geht und jeder charakterlich okay ist, geht das ohne große Reibereien.


Für diesmal haben die TSG-Verantwortlichen auf einen Lizenzantrag für die Regionalliga verzichtet. Wie motivieren Sie Ihre Spieler, wenn Sie im Mai erkennen sollten, dass die sportliche Qualifikation drin wäre?

Schmid: In fünf Jahren aus der Bezirksoberliga in die Regionalliga - das wäre kein gesundes Wachstum. Wenn wir in die Richtung kommen sollten, werden wir unsere Prioritäten vermutlich ein wenig in Richtung DFB-Pokal und zweite Mannschaft verschieben. Aber wir werden deshalb natürlich keine Plätze in der Bayernliga-Tabelle herschenken. Als Sportler wollen wir das Bestmögliche erreichen.


Aber die Bayernliga kann ja nicht das allerletzte Wort sein, oder?

Schmid: Bevor wir an die Regionalliga denken, müssen wir den ganzen Fußball in Thannhausen auf eine andere Basis stellen. Aus jetziger Sicht ist die Bayernliga das Allerhöchste, weil damit die Kapazitäten der (wenigen) Mitarbeiter erschöpft sind. Aber wir arbeiten an Verbesserungen, es ist ja nichts stehengeblieben: Wir haben zum Beispiel einen neuen Rasen und die neuen Sitze auf der Tribüne.


Fehlt nur noch eine zusätzliche Geldquelle. Wie wär's mal wieder mit einem Bundesligisten im DFB-Pokal?

Schmid: Das ist natürlich ein weit gegriffenes Ziel, aber warum sollen wir uns keine hohen Ziele setzen? Ich denke, wir haben eine reelle Chance, erneut in die Hauptrunde einzuziehen.


Gibt es einen anderen Verein, den sich die TSG auf ihrem Weg nach oben als Vorbild nimmt?

Schmid: Vorbilder kann man sich nehmen und es gibt bestimmt Dinge, die man von anderen kopieren kann. Aber wir gehen unseren eigenen Weg.


Was ist mit Ihrem persönlichen Weg? Lockt Sie die große Fußball-Welt oder bleiben Sie der TSG treu?

Schmid: Ich möchte in den nächsten Jahren an der Sporthochschule Köln den Fußball-Lehrer machen. Das dauert ein Jahr. Danach möchte ich irgendwann höherklassig trainieren - am besten in Thannhausen.


Interview: Jan Kubica Mittelschwäbische Nachrichten




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