|
|
|
 |
 |
 |
 |
INTERVIEW MIT GRAF V. SCHÖNBORN |
 |
|
|
Sportlich ist die Saison schon vor dem Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching II (Samstag, 15.30 Uhr) gelaufen für die Bayernliga-Fußballer der TSG Thannhausen. Abseits der Spielfelder jedoch steht ein gewaltiger Umbruch bevor: Die Aktivitäten der Kicker werden in eine GmbH ausgelagert; die TSG-Fußballer wandeln sich damit zur Firma. Im Gespräch mit unserer Zeitung nannte Abteilungsleiter Alexander Graf von Schönborn gestern erste Einzelheiten der neuen Konstruktion. Schönborn hält sich im Augenblick in der Region Baden-Baden auf und erholt sich dort von seiner Bypass-Operation.
Kommen Sie am Samstag ins Mindelstadion oder haben Sie ärztliches Stadionverbot?
Schönborn: Das habe ich sicher nicht, aber dass ich mich in der nächsten Zeit noch ziemlich schonen muss, steht fest. Ich hoffe, dass ich mich in drei Wochen wieder auf dem Fußballplatz zeigen kann. So wie in der Vergangenheit kann ich mich aber nicht mehr engagieren. Also muss ich mir eine Position suchen, die weniger Stress bedeutet.
In den vergangenen Tagen mehrten sich die Anzeichen, dass die TSG-Verantwortlichen an einem neuen Organisations-Modell für die Fußballer feilen. Wird es eine Auslagerung geben? Und wo sehen Sie in einer solchen Konstruktion Ihre Position?
Schönborn: Wir werden eine GmbH gründen, und da werde ich mich, sofern das bewilligt ist, auf den Posten des dort angegliederten Beirats zurückziehen. Die GmbH ist eine Ausgliederung aus dem Verein, um der Fußball-Abteilung mehr Eigenständigkeit zu verschaffen. Das betrifft allerdings nur die erste und die zweite Mannschaft; die Jugend verbleibt innerhalb der TSG.
Wie soll das Kind heißen und wer wird in der GmbH das Sagen haben?
Schönborn: Geschäftsführer soll - vorbehaltlich seiner Wahl - Harald Emmerling werden, sein Stellvertreter Daniel Häußler. Wir hoffen, dass wir das bis 1. Juli hinbekommen. Wir werden dann als TSG Thannhausen Fußball-GmbH firmieren und unseren Briefbogen dahingehend ändern. Das Ganze bedarf natürlich der Zustimmung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die in den nächsten Tagen vorbereitet wird.
Und warum das Ganze?
Schönborn: Das hat natürlich wirtschaftliche Gründe. Es ist jedoch auch ein Schutz für den Hauptverein: Sollten wir in Zukunft schlecht arbeiten, ist nicht der Verein pleite, sondern nur die GmbH.
Diesmal hat Thannhausen freiwillig auf die Qualifikation für die neue Regionalliga, die ab der kommenden Runde ja nur noch eine vierte Liga ist, verzichtet. Rückt dieser Sprung nun zumindest als Fernziel wieder ins Blickfeld?
Schönborn: Zunächst einmal wollen wir uns in der Bayernliga etablieren. Ob wir uns langfristig anders orientieren, ist vor allem eine Frage des Geldes. Wenn wir in dieser Hinsicht künftig anders dastehen als derzeit, können wir uns auch anders orientieren. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur daran erinnern: Als wir damals in die Landesliga aufstiegen und von der Bayernliga sprachen, hat uns auch jeder für verrückt erklärt. Eines ist aber klar: Alleine können wir das nicht bewerkstelligen. Da sollte die Unterstützung der heimischen Wirtschaft noch größer werden.
Zumal es ja nicht nur um Gehälter geht. Für die künftige vierte Liga hat der Deutsche Fußball-Bund einen umfassenden Anforderungskatalog erstellt, der nicht nur die TSG vor einem Lizenzantrag zurückschrecken ließ. Gibt es schon Anzeichen, dass der DFB zurückrudert?
Schönborn: Bisher habe ich noch nichts gehört. Aber es war immer meine Meinung, dass diese Vorgaben nicht haltbar sein werden. Diese wahnsinnigen Auflagen sind für einen normalen Verein fast nicht zu bewerkstelligen. Ich bin sehr gespannt, wie die erste Regionalliga-Saison ausgeht. Da wird's so manche Insolvenz geben, an die jetzt noch gar keiner denkt.
Noch einmal das Thema Geld: Hartnäckigen Gerüchten zufolge gab oder gibt es bei der TSG Zahlungsverzögerungen. Angeblich haben Fußballer ihre Bezüge nicht komplett erhalten. Stimmt das?
Schönborn: Was den Fußballern vom Verein her zusteht, haben sie mit Sicherheit bekommen. Solchen Gerüchten widerspricht ja auch, dass ein Großteil der Spieler bereits bei uns verlängert hat. Das würden sie ja nicht tun, wenn sie ihr Geld nicht bekämen.
Interview: Jan Kubica Mittelschwäbische Nachrichten
|
Hauptsponsor Firma Kögel | Interview mit Oliver Schmid vor dem Spiel gegen Sp
|
|