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BERICHT GRAF VON SCHÖNBORN
 

Die letzten acht Jahre war Alexander Graf von Schönborn Fußball-Abteilungsleiter bei der TSG Thannhausen und davor 27 Jahre 1. Vorstand des Gesamtvereins. Am heutigen Donnerstag wird er bei der Jahreshauptversammlung der Fußballer die Leitung dieser Abteilung abgeben. Er bleibt der TSG Thannhausen aber verbunden, denn er gehört als Gesellschafter (49 Prozent) noch der am 1. August dieses Jahres gegründeten „TSG Thannhausen Fußball GmbH“ an. Mit dem „fußballverrückten Graf“, wie er sich selbst bezeichnet, sprach unser Redakteur Alois Thoma.


Sie haben mit den Fußballern der TSG Thannhausen große Erfolge gefeiert, mit dem Schwäbischen und Bayerischen Pokalsieg sowie dem Aufstieg in die Landes- und Bayernliga Meilensteine in der Geschichte der TSG gesetzt. Fällt es da nicht schwer, „ade“ zu sagen?

Graf von Schönborn: „Ade“ zu sagen, wenn es endgültig ist, fällt sicher schwer, aber für mich ist es ja kein endgültiger Abschied. Ich werde meinen Fußballern sicher immer verbunden sein und bleibe es auch als Gesellschafter in der Realität. Nur die vorderste Front ist nicht mehr mein Geschäft. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und so lange im Geschäft, da muss man irgendwann den Absprung finden. Dies ist auch meiner Gesundheit und meiner Familie geschuldet, denn die Stunden, Tage und Wochen in den vergangenen Jahren, die ich mit dem Fußball verbracht habe, habe ich an meinem Familienleben abgezwackt. Meine Gesundheit hat es mir auch nicht gedankt, war ich doch zu Anfang des Jahres lebensgefährlich erkrankt. Aber um es mit einem Sprichwort zu sagen, ein Guter hält´s aus.

Welche Erfolge haben Sie persönlich am meisten berührt, welche Ereignisse würden sie am liebsten streichen?

Graf von Schönborn: Der Aufstieg in die Bayernliga war wohl das Größte, denn er war das Ergebnis von langer harter Arbeit, die von der Bezirksoberliga bis in diese Liga geführt hat. Daneben natürlich noch unser Spiel gegen Borussia Dortmund vor fast 11000 Zuschauern, was es wahrscheinlich in naher Zukunft in Thannhausen nicht mehr geben wird. Das ist etwas, was man nie vergisst. Streichen würde ich gerne den ein paar Jahre zuvor erfolgten Abstieg aus der Landesliga. Damals haben wir vier Trainer verbraucht und sind sang- und klanglos - trotz eines guten Kaders - abgestiegen. Es war nicht alleine der Abstieg, sondern wie man abgestiegen war, ohne Engagement und widerstandslos, schicksalsergeben. Das ist mir noch heute eine Warnung.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Sie die TSG Thannhausen in all den Jahren auch finanziell unterstützt haben. Wird sich daran jetzt etwas ändern?

Graf von Schönborn: Die Regeln in der GmbH haben sich geändert. Spenden sind jetzt nicht mehr möglich. Ich habe aber ja schon wieder einen Beitrag als Gesellschafter geleistet (49 Prozent Anteil, aber 100 Prozent Engagement). Welche Wege man gehen kann, wird man sehen. Außerdem werde ich auch in Zukunft mit anderen im Bereich Marketing noch bei der Sache sein.

Sie haben bei den Pressekonferenzen nach den Heimspielen der TSG Thannhausen immer offen und kritisch ihre Meinung gesagt. Muss man künftig auf ihre Kommentare verzichten?

Graf von Schönborn: Nun, wenn man meine Meinung auch in Zukunft hören will, dann werde ich so lange daran festhalten, bis ich das Gefühl habe, dass die Leute sagen, „jetzt reicht´s“. Dann wird es Zeit, mir auf dem „Seniorenbänkle“ neben dem ehemaligen Bürgermeister Johannes Schropp, einen Platz zu suchen.

Was macht ein „fußballverrückter Graf“, wenn er nicht mehr Abteilungsleiter ist?

Graf von Schönborn: Ich werde auch in Zukunft, soweit möglich, die Spiele meiner TSG besuchen und auch gelegentlich von meinem Platz vor dem Eingang zum Sportheim den Ruf „Bewegung“ ertönen lassen, wenn es nötig ist. Im Übrigen habe ich ja auch noch ein Zivilleben und einen Betrieb zu führen. Da bin ich immer noch ausgelastet genug und meine Kinder haben endlich ein bisschen mehr von mir. Letzten Endes gilt aber für mich der Spruch: „Einmal ein TSG’ler, immer ein TSG’ler!“ Das wird sich bis zu meinem hoffentlich noch fernen Ableben nie ändern.


Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten




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