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NACHBERICHT BAYERISCHE HALLENMEISTERSCHAFT |
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Der treffsicherste Schütze ist untröstlich
Am liebsten wäre er unter das Parkett der feudalen Rosenheimer Sporthalle gekrochen. Die aufmunternden Worte der Mitspieler und Betreuer waren für ihn kein Trost. Ausgerechnet Stefan Selig, der schon manches Spiel der TSG Thannhausen herumgerissen und mit seinen Toren in erfolgreiche Bahnen gelenkt hat, wurde am Samstag um 16.25 Uhr zur tragischen Figur. Sein Fehlschuss im Siebenmeterschießen des Endspiels um die Bayerische Hallenmeisterschaft sicherte dem FC Amberg den Titel (Endstand 6:5). Den Mindelstädtern hingegen blieb - wie im vergangenen Jahr - der undankbare zweite Platz.
Selbst mit dem Sonderpreis für den besten Torschützen (sechs Treffer) war Selig nicht zu trösten: "Ich bin einfach nur enttäuscht, denn im Siebenmeterschießen zu verlieren und dabei selbst auch noch zu verschießen, tut sehr weh. Ich hätte gerne auf die Torjägertrophäe verzichtet, wenn wir den Titel geholt hätten."
Die TSG Thannhausen war noch nie so nah dran am bayerischen Titel wie am Samstag in Rosenheim. Im Finale gegen den Oberpfälzer Bezirksmeister FC Amberg (Landesliga), der mit drei Siegen die Gruppe A dominiert und im Halbfinale den Landesligisten TSV Mönchröden mit 3:2 ausgeschaltet hatte, gaben zunächst die Mindelstädter den Ton an. Tobias Stegherr (in aussichtsreicher Position übers Tor) und Marian Dischl (Lattentreffer) hatten die Führung auf dem Fuß, die dann aber überraschend die Amberger (8. Minute) erzielten. Angetrieben von den Fans ließen sich die Thannhauser nicht entmutigen und sechs Sekunden vor der Halbzeit schlug Stefan Selig per Freistoß zum 1:1 zu. Die Thannhauser hatten wieder die Hand am Meisterpokal. Dass sie diesen nach zwei vergeblichen Versuchen in den Jahren 2004 und 2006 diesmal ganz an sich reißen würden, daran zweifelte unter den rund 250 TSG-Anhängern keiner mehr, als knapp zwei Minuten vor Spiel-ende der Amberger Ghebreiziabhihler nach Foul an Peter Jakob vom Feld musste. Überzahlspiel - doch diesen Vorteil konnten die Thannhauser "Budenzauberer" nicht nutzen. Geduldig, fast zu geduldig und ohne Risikobereitschaft versuchten sie zum Torerfolg zu kommen. So verstrich Sekunde um Sekunde und Amberg rettete sich unbeschadet ins Siebenmeterschießen. "Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt in Überzahl mal kein Tor geschossen haben", ärgerte sich Trainer Oliver Schmid über die verpasste Chance. Im Siebenmeterschießen trafen alle Amberger Schützen. Für die TSG versenkten Jakob, Dischl, Schieferle und Stegherr. Selig scheiterte an Torwart Götz und aus war der Traum.
Berechtigte Hoffnungen auf den Titel, der noch in ihrer Sammlung fehlt, durften sich die Thannhauser nach den Gruppenspielen machen, wo sie als Tabellenerster einem Duell gegen den souveränen Sieger der Gruppe A, FC Amberg, aus dem Weg gegangenen waren.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bei TSG-Abteilungsleiter Alexander Graf von Schönborn bereits Pessimismus breit gemacht: "Das gefällt mir noch nicht so recht, was die heute bieten. Die Vorstellung in Augsburg war besser." Und er sollte recht behalten. Auch wenn die Mindelstädter im Halbfinale den 1. SC Feucht (Bayernliga) relativ sicher aus dem Wettbewerb warfen, zweifelte kaum einer unter den erwartungsvollen TSG-Anhängern an der Erkenntnis: "In der Form von Augsburg hätten wir auch Amberg gepackt."
Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten
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