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BERICHT VORRUNDE GÜNZBURG |
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Stefan Selig, einer der begnadetsten Hallenfußballer der Region, konnte seine ungewohnte Rolle als Zuschauer bedenkenlos genießen und sich auf seine Mannschaftskameraden von der TSG Thannhausen verlassen, die da unten auf dem "Parkett" der Günzburger Sporthalle bei der Vorrunde zur Schwäbischen Meisterschaft im Hallenfußball im Einsatz waren. "Die packen das auch ohne mich", war Selig überzeugt nach dem, was er da in den Gruppenspielen gesehen hat. Und er sollte Recht behalten. Auch wenn die TSG Thannhausen nicht ihr Traumaufgebot sondern "nur" eine Mischung aus Bayern- und Bezirksoberligaspielern nach Günzburg entsandt hatte, die Fahrkarte zur Endrunde in Augsburg /Samstag, 12. Januar) ging wieder an den Titelverteidiger.
Franz Stroh konnte schon nach dem ersten Spiel dem auf Teneriffa urlaubenden TSG-Trainer Oliver Schmid den ersten Sieg (4:2 gegen den Bezirksligisten TSV Krumbach) melden. Auch der zweite Auftritt der Mindelstädter war erfolgreich (3:1 gegen den hoch gehandelten Bezirksoberligisten FC Gundelfingen) und der Gruppensieg damit perfekt.
Zur dritten "Live-Übertragung" nach Teneriffa kündigte Stroh als TSG-Gegner die SpVgg Wiesenbach an, die sich als Zweiter der Gruppe 2 für das Halbfinale qualifiziert hatte. Diese Hürde nahm die TSG-Mischung vor 700 Zuschauern relativ locker. Die junge Wiesenbacher Truppe verkaufte sich ihren Möglichkeiten entsprechend, für eine Überraschung reichte es freilich nicht. "Die Thannhauser haben unsere Fehler eiskalt ausgenutzt, sie waren einfach cleverer", musste Wiesenbachs Markus Fäustle nicht lange nach Gründen für die 0:3-Niederlage suchen.
Wie die TSG Thannhausen, so ließ auch Bezirksoberligist SC Bubesheim (Gruppe 2) keinen Zweifel am Gruppensieg aufkommen. 3:0 gegen Bezirksligist Türk GB Günzburg und 3:2 gegen die SpVgg Wiesenbach - der erste Gruppenplatz bewahrte die Bubesheimer vor einem Aufeinandertreffen mit den Thannhausern bereits im Halbfinale.
Nach den Gruppenspielen bereits die Koffer packen mussten Bezirksligist Türk GB Günzburg, von dem man sich etwas mehr erhofft hatte. Aufgrund der 2:4-Niederlage gegen Wiesenbach mussten die Günzburger ihrem Gegner den Vortritt ins Halbfinale lassen. Ähnlich erging es Bezirksligist TSV Krumbach. Mit einem Unentschieden hätten sie im zweiten Spiel gegen den FC Gundelfingen dank des besseren Torverhältnisses sich als Gruppenzweiter ins Halbfinale retten können. Doch ein geschenktes Tor führte zur 1:2-Niederlage und aus war der Traum.
Die Gundelfinger waren weiter, allerdings war dann für sie im Halbfinale Endstation. Das Team aus dem Nachbarlandkreis konnte nicht an die Leistungen anknüpfen, die ihm vor zwei Wochen an selber Stelle den Turniersieg beim Erimacup beschert hatte. Bubesheim stellte sehr schnell die Weichen für den ungefährdeten 5:2-Sieg, wobei Robert Nan beim 3:0 der wohl raffinierteste treffer des Abends gelang, indem er den Ball über einen Umweg (nämlich die Bande) ins Gundelfinger Tor beförderte.
"Im Hallenfußball ist alles möglich", antwortete Bubesheims Fußball-Abteilungsleiter Karl Dirr vor dem Finale gegen den großen Rivalen TSG Thannhausen nach seinen Gefühlen befragt. Möglich schien zunächst die Überraschung, als Michael Käßmeyer mit einem Flachschuss die Bubesheimer in der 5. Minute in Führung gebracht hatte. Dies zu einem Zeitpunkt, als sich erstmals die Anhängerschar der TSG Thannhausen hörbar gemacht hatte. Doch dem Bubesheimer Traum, nach Jahren endlich wieder einmal bei der Endrunde in Augsburg dabei zu sein, machte zunächst der jüngste im TSG-Team, Nikolas Berchthold, zunichte. Er brachte mit seinem Ausgleichstreffer die TSG wieder ins Geschäft. Dann rückten die beiden Torhüter in den Mittelpunkt. SCB-Keeper Tobias Ederer entschärfte eine Freistoßgranate von Mijo Stijepic, kurz danach vollbrachte TSG-Schlussmann Sebastian Steidle bei einem Gewaltschuss von Oskar Kretzinger eine Glanztat.
Was man von Christoph Oberauer anschließend nicht behaupten konnte. Er versemmelte nämlich den abgewehrten Ball freistehend und kläglich. Karl Dirr wurde anschließend wieder an seine Aussage erinnert, dass im Hallenfußball alles möglich ist. Auf der Gegenseite nämlich wehrte Keeper Ederer einen Schuss von Christian Jaut zwar ab, doch Mesut Yildiz mogelte sich durch die SCB-Abwehr und markierte das 2:1. Dann bediente Dominik Mayr mit Hilfe der Bande Jaut und der sorgte in der 18. Minute scheinbar schon für die Vorentscheidung. Doch Kretzinger (19.) brachte den SCB wieder heran und als der Thannhauser Mayr den Ball vertendelte, hätte Käßmeyer Dirrs Philosophie bestätigen können, doch er vergab die große Ausgleichschance und nichts mehr war möglich für den Bezirksligisten. Die Thannhauser Sebastian Steidle, Christian Streitel, Christian Jaut, Mijo Stijepic, Nikolas Berchtold (Bayernliga-Kader), Michael Dreher, Sebastian Beck, Dominik Mayr, Mesut Yildiz, Florian Klimm, Karl Fries, Markus Seitz und Trainer Rainer Amann (Bezirksoberligateam) bejubelten die sechste Endrundenteilnahme in Folge.
Bleibt noch zu erwähnen, dass zwei der drei Sonderpreise ebenfalls nach Thannhausen gingen (Stijepic bester Spieler und Yildiz bester Torschütze), Tobias Ederer zum besten Torhüter gewählt wurde, der Vorrunde aber insgesamt doch die großen Glanzlichter gefehlt haben und die Schiedsrichter Andreas Hummel, Kai Becker, Sandrino Bust und Florian Kolb (Gruppe Oberallgäu und Kempten) mit der Leistung der Spiele keine Probleme hatten.
Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten
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