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BERICHT MARKUS DEIBLER
 

Einer der nie aufgibt Sportskanonen Markus Deibler von der TSG Thannhausen hat seine Fußball-Begeisterung mit dem Schöpflöffel eingenommen.

Interessant ist die Entwicklung, die der Fußballsport bei der TSG Thannhausen in den letzten Jahren durchgemacht hat. Jahrzehnte lang hat er sich mehr am Stil der schwäbischen Spielklassen inspiriert. Aber dann machte ein Stilwandel, der unverkennbar die Züge von Abteilungsleiter Graf von Schönborn und Trainer Oliver Schmid trägt, die TSG Thannhausen (1. Mannschaft Bayernliga, 2. Mannschaft Bezirksoberliga) zu einem der stärksten Vereine des Fußball-Bezirkes Schwaben. Zudem finden heute viele schwäbische Talente in allen Jugend-Altersklassen bei der TSG Thannhausen ein dankbares und erfolgreiches Betätigungsfeld.

Warum sich der Ball von so vielen überdurchschnittlich begabten Spielern nicht nur aus der Region im TSG-Trikot erfolgreich zähmen lässt, ist leicht zu definieren. Der 28-jährige B-Lizenzinhaber Markus Deibler (siehe obenstehender Kasten) ist an allem schuld.
Was ist das für ein Mensch dieser Markus Deibler, der seine Begeisterung für den Fußballsport nicht mit der Messerspitze sondern mit dem Schöpflöffel eingenommen hat? Der seinen Trainerjob nicht nur mit außergewöhnlichem Enthusiasmus sondern mit eben solcher Sachkenntnis und großem psychologischen Einfühlungsvermögen ausübt. Dessen methodische Kleinarbeit mit seinen Spielern alles andere als Bluff, wohl aber verblüffend umfangreich ist. Der seine Talente betreut, berät, fördert und formt. Der sie anhält, die Mühen des Leistungssports mit den Aufgaben von Schule und Ausbildung in jedem Fall zu koordinieren. Und der sich damit abfinden muss, dass einem wie ihm es weder an Bewunderern noch an Menschen fehlt, die ihn, den Erfolgreichen, immer etwas über die Schulter anschauen. Den man also ablehnt oder bewundert, aber mit dem man sich auf alle Fälle beschäftigen muss.
Seine Antwort auf diese Fragen ist ebenso verblüffend, wie objektiv betrachtet einleuchtend. Ich bin gewissermaßen ein Spätberufener. Heute ist mir klar, dass ich in meiner Jugend und auch noch in meiner Zeit als aktiver Spieler der ersten TSG-Mannschaft mit oberflächlichen Trainingsleistungen mein Talent vergeudet habe. Das habe ich erkannt und das ist heute das Signal, für die Förderung von begabten Spielern meine letzten Reserven zu mobilisieren.

Das tat er 1997 erstmals als damals 18-jähriger Trainer der Thannhauser F-Jugend, 1998 für ein halbes Jahr zusammen mit dem heutigen Topspieler des Bayernligateams Stefan Seliger als Übungsleiter der A-Junioren. So richtig los ging Deiblers Trainerdasein aber erst 2003 mit dem Thannhauser D-Jugendteam. Heute ist er TSG-Jugendkoordinator, Trainer der in der Bayernliga spielenden B- und C-Junioren, auch der D-Junioren, die sich übrigens alle für die Hallen-Kreismeisterschaften 2007/2008 qualifiziert haben.
Werden sieben Tage in sportlicher TSG-Dienstkleidung einem, dem der Beruf auch viel abverlangt, der als zweites Hobby sich leidenschaftlich für den Brieftaubensport begeistert, nicht zu viel? Noch nicht. Aber es wird auch für ihn, den Enthusiasten, immer schwieriger, Jugendliche für die Faszination des absoluten Leistungssports mit dem runden Leder für die TSG Thannhausen zu begeistern. Denn heute kann man mit den so genannten alten Werten nicht mehr hausieren gehen wie der Landmann, der mit reinem Bienenhonig an städtischen Türen klingelt. Aber wir wollen es schon über die Region bei der jungen Fußballgarde gerne weiterhin klingeln lassen, blickt Markus Deibler in die Zukunft. Er weiß aber auch, dass Vereine mit traditionell guter Jugendarbeit wie der FC Augsburg, SSV Ulm 1846, 1860 München, 1. FC Nürnberg und vielen mehr bei ihrer Talentsuche auch TSG-Spieler mit der Übernahme von Fahrtkosten und der Stellung von Fußballschuhen zur normal üblichen Trikotausstattung als Ausgleich für erhöhten Aufwand locken.

Mit einer Geduld, die im scheinbaren Gegensatz zu seiner Impulsität auf dem Trainingsplatz oder auf der Trainerbank steht, mehr noch mit seiner Persönlichkeit und seiner Überzeugungskraft, hat er seine Ideen bei der TSG Thannhausen zum Tragen gebracht.
Fußball fördert Werte unserer Gesellschaft wie Mitverantwortung, Gemeinsinn, Zuverlässigkeit, Respekt, Ehrgefühl, Würde, Gerechtigkeit und Duldsamkeit, Durchsetzungsvermögen. Fair Play, Freundschaft und Teamgeist sind mir genauso wichtig wie der sportliche Erfolg sowie geistige und körperliche Fitness. Das sollte niemand übersehen. Doch dieser Gipfel des Jugendsports kann nicht mehr mit den herkömmlichen Methoden gestürmt werden, lautet Markus Deiblers Kernbotschaft auf die ihm immer wieder mal gestellte Frage, wie lange das Hoch des Thannhauser Jugendfußballsports unter seiner Regie anhalten wird.
Mit anderen Worten: er erhofft sich bald noch mehr Bereitschaft für ehrenamtliche Mitarbeit und einen ergiebigeren Sponsorenpool für den Jugendfußball bei seiner TSG Thannhausen.

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten




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