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STIMMEN VON ZUSCHAUERN NACH DEM POKALSPIEL
 

Zwei Pechvögel/Geteiltes Unglück: Die beiden unglücklichsten Thannhauser an diesem Freudentag waren Christian Streitel und Mijo Stijepic. Während ihre Teamkollegen gegen die Schwarz-Gelben kickten, saßen sie verletzungsbedingt auf der diesmal besonders harten Ersatzbank. "Ich kann mit Worten gar nicht beschreiben, wie schwer das ist", sagte Stijepic. Er verspürte bereits Tage zuvor ein Ziehen im rechten Oberschenkel. "Ich habe bei jedem Schritt das Gefühl, dass es reißt", führte der 27-Jährige aus. Das Gefühl, bei wichtigen Spielen nicht dabei zu sein, kennt Stijepic bereits aus seiner an Verletzungen reichen Zeit bei Schalke 04. "Jetzt müssen wir eben alles daran setzen, uns wieder zu qualifizieren", spornt er seine Mannschaft an. "Das ist ganz bitter", sagte sein Leidensgenosse Streitel. Der glühende Borussia-Fan hatte sich vielleicht noch ein bisschen mehr als die anderen TSG-Spieler auf die Partie gefreut. Aber dann machten die Adduktoren alle Hoffnungen zunichte. Nach einem letzten Härtetest am Samstag um 11 Uhr war dann klar: Nichts geht.

Kritik vom Fußball-Chef: Nicht wirklich begeistert von der Vorstellung der Bundesliga-Profis war der schwäbische Bezirksvorsitzende Volker Wedel: "Der Christian Wörns hat Knöpfe reingehauen ohne Ende. Da brauchst du dich nicht wundern, wenn der Jürgen Klinsmann den nicht mitgenommen hat zur Weltmeisterschaft. Die Dortmunder müssten insgesamt einfach mehr zeigen; die spielen ihr Ding einfach runter. Das ist arrogantes Verhalten." Für die Thannhauser dagegen fand der schwäbische Fußball-Chef nur lobende Worte: "Die haben ganz toll mitgehalten und hatten in den ersten 25 Minuten super Chancen."

Tolle Bude: Mit ihrer Mannschaft hatten sich 750 Borussia-Fans auf den weiten Weg von Dortmund nach Thannhausen gemacht. Und sie waren mächtig beeindruckt von der starken Arena, die in der schwäbischen Provinz entstanden war. "Das find ich einen Knaller. Hammergeil, was die hier hingestellt haben", sagte der 18-jährige Sebastian Schmidt, der seine Lieblingsmannschaft sonst von der mächtigen Südtribüne im Dortmunder Stadion aus anfeuert. Sein einziger Kritikpunkt: "Vor dem Eingang fehlte eine Imbissbude."

Ex-Schiedsrichter lobt Schiedsrichter: Im Stadion waren auch der frühere FIFA- und Bundesliga Schiedsrichter Hermann Albrecht aus Kaufbeuren, der am Samstag Nachmittag als Beobachter von DFB-Seite fungierte. Albrecht ist seit Ende seiner Schiedsrichter-Karriere auf DFB-Ebene für den Schiedsrichter-Nachwuchs zuständig. Der sympathische Kaufbeurer hat selbst schon viele Spiele im Mindelstadion geleitet. Er sprach von einer Rießen-Veranstaltung. "Es ist schon sensationell was hier ehrenamtlich auf die Beine gestellt wurde." Keinen Ansatzpunkt zur Kritik sah Albrecht hinsichtlich der Leistung des Schiedsrichtergespannes, das die Partie souverän über die Bühne gebracht habe. Auch Schwabens Schiedsricher-Obmann Helmut Stoll sprach von einem Festtag für Thannhausen und die ganze Region. Albrecht und Stoll: "Die Art und Weise wie sich die TSG heute verkauft hat, hat uns imponiert."

Fußball statt Papst:
Theo Waigel (ehemaliger Bundesfinanzminister, der das Spiel einem Papst-Besuch in München vorzog) sprach schon in der Halbzeit von einem faszinierenden Spiel der TSG-Mannschaft und trauerte eigentlich nur den vergebenen Torchancen nach. Wie von Waigel kamen Komplimente auch vom ehemaligen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher, der von einer Klasseleistung sprach. Der heimische Stellvertretende Landrat Pantaleon Bauer aus Mindelzell war mit der Prominenz aus Politik, Sport und Wirtschaft auf der Ehrentribüne einer Meinung: "Die TSG hätte eine Führung verdient gehabt. In der Anfangsphase fehlte nur das Glück. Insgesamt eine große Leistung der Schmid-Schützlinge".

Vergebliches Warten: Enttäuscht zeigten sich nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Walz die jungen Fans: Fabian, Patrick und Martin, die auch in der Thannhauser F-Jugend spielen, warteten wie viele andere vergeblich auf Autogramme der Borussia-Spieler. "Die haben uns alle nur vertröstet und sind dann in die Kabine." Umso mehr freuten sie sich über die Atmosphäre und die vielen Zuschauer im Mindelstadion. Für Florian Städle, der mit seinem Vater Josef aus Gundelfingen ins Mindelstadion kam, war es ein tolles Erlebnis und sie versicherten: "Wir sind TSG-Fans geworden und werden wiederkommen".

Unglaubliches geleistet: "Wir sind alle fix und fertig", sagten vor dem Anpfiff TSG-Geschäftsstellenleiter Daniel Häußler und Stellvertretender Abteilungsleiter Klaus Richter: "Was in den letzten drei Wochen alles gelaufen ist, war unglaublich. Wir haben fast Tag und Nacht gearbeitet für dieses Spiel. Über 200 Helfer waren am Samstag Nachmittag im Einsatz. Bereits im Vorfeld hatte sich eine große Helferschar beim Aufbau der Tribüne usw. ehrenamtlich engagiert." Häußler: "Es war ein großes Gemeinschaftswerk."

Bürgermeister Johannes Schropp: Ich habe auf einen Überraschungssieg nach Elfmeterschießen spekuliert. Trotzdem war es ein gigantischer Tag. Ohne Zweifel ein Höhepunkt meiner Amtszeit als Bürgermeister in Thannhausen. Mein Herz schlägt ja immer für die TSG, aber was sich hier heute abgespielt hat ist kaum zu beschreiben. Wir haben von Stadtseite die TSG so gut wie möglich, unbürokratisch und ohne Kostenaufrechnung unterstützt. Die Vorbereitungen liefen Hand in Hand und ich kann heute nur Danke sagen an die TSG und alle, die mitgeholfen haben. Über die Feuerwehren, das Rote Kreuz, Polizei unseren Bauhof, allen Helfern aus nah und fern und auch bei der Stadt Krumbach, die uns bei der Verkehrsbeschilderung Material zur Verfügung stellte.

Fußball-Abteilungsleiter Alexander Graf von Schönborn: Wir haben uns mehr als gut verkauft. Ein grandioser Tag für Thannhausen und ganz Schwaben. Die Mannschaft hat sich klasse verkauft. Ich bin mehr als zufrieden. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir den Bundesligisten mehr als schlecht aussehen lassen. Den Chancen nach wäre eine Führung für uns nicht unverdient gewesen. Wir sind alle stolz auf diese Mannschaft, die unglaubliches in den letzten Monaten geleistet hat. Ich hoffe nur, dass diese Leistung mit in die Punktspiele genommen wird und dass wir wieder das Tor treffen, was uns heute und in den letzten Punktspielen nicht gelungen ist.

Walter Schmid (TSG-Mannschaftsbetreuer): Borussia Dortmund hat letztlich verdient gewonnen. Die TSG Thannhausen hat eine tolle kämpferische Leistung geboten. Wir haben uns hervorragend geschlagen. Vor allem der Auftritt in der ersten halben Stunde hat mir imponiert.

Michael Zorc (Bereichsleiter Sport bei Borussia Dortmund): Die TSG Thannhausen hat vom Rahmen her alles sehr gut organisiert. Vor allem die Mannschaft hat für einen Landesligisten hervorragend Fußball gespielt. Mit der Vorstellung der Borussia können wir insgesamt nicht zufrieden sein. Hätte in der Anfangsphase Roman Weidenfeller nicht so überragend gehalten, Thannhausen wäre in Führung gegangen. Und wer weiß, was sich da noch alles entwickelt hätte. Wir sind froh, dass wir jetzt eine Runde weiter sind.




Stimmen von Spielern nach dem Pokalspiel | Fans der Dortmunder ist kein Weg zu weit