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BERICHT BAYERISCHE HALLENMEISTERSCHAFT 2006
 



 

„Wir sind heute bayerischer Vizemeister geworden, das ist ein großer Erfolg.“ Oliver Schmid, Trainer der TSG Thannhausen hatte die Enttäuschung nach der 2:4 Niederlage im Finale der bayerischen Hallenmeisterschaft gegen den ASC Simbach relativ schnell überwinden. Mit seiner Bewertung traf Schmid den Nagel auf den Kopf. Zum Abschluss einer überragenden Hallensaison hatten die Mindelstädter noch einmal ein tolles Turnier gespielt und den totalen Triumph nur ganz knapp verpasst.

Nach dem Finale wurden die Thannhauser Spieler von den knapp 200 mitgereisten Schlachtenbummlern trotz der Niederlage daher auch für ihre Leistung an diesem Tag und in der gesamten Hallensaison entsprechend gefeiert.
Lange Zeit durften die TSG-Fans sogar davon träumen, dass ihre Mannschaft auch beim sechsten Turnierauftritt in diesem Winter wieder als Sieger die Halle verlassen würde.
In der mit gut 900 Zuschauern restlos ausverkauften ESKARA-Halle in Essenbach erwischten die Mindelstädter einen optimalen Start in diese 24. bayerische Hallenmeisterschaft. Im ersten Gruppenspiel ließen sie dem oberfränkischen Vertreter TSV Thiersheim beim klaren 4:1 Erfolg keine Chance. Die Begegnung war zur Halbzeit praktisch schon entschieden, denn Stefan Selig, Mesut Yildiz und Bayram Sadrijaj schossen im ersten Durchgang eine beruhigende 3:0 Führung heraus. Nach der Pause ließen es die Thannhauser ruhiger angehen. Thiersheim kam daher auch zum Anschlusstreffer, aber Christan Streitel stellte vier Minuten vor dem Ende den alten Abstand wieder her.

Wesentlich härter umkämpft war das zweite Gruppenspiel gegen den oberpfälzer Vertreter SpVgg Pirk. Aber hier konnten sich die Thannhauser wieder auf ihren herausragenden Spielmacher Stefen Selig verlassen, der die TSG mit seinen beiden Toren zum knappen, aber insgesamt verdienten 2:1 Erfolg schoss.
„Wir wollen mindestens ins Halbfinale kommen“, hatte TSG-Abteilungsleiter Alexander Graf von Schönborn vor dem Turnier erklärt. Diese Vorgabe hatten seine Kicker mit dem Sieg gegen Pirk bereits nach dem zweiten Gruppenspiel erfüllt. In der letzten Vorrundenbegegnung gegen den niederbayerischen Vertreter ASC Simbach ging es nun aber noch um den Gruppensieg. Die TSG erwischte allerdings keinen guten Start und lag schnell mit 0:2 zurück. Kurz vor der Pause markierte aber Bayram Sadrijaj den 1:2 Anschlusstreffer. Im zweiten Durchgang machte die TSG mächtig Dampf. Dabei ließ sie aber einige gute Chancen ungenutzt, ehe Sadrijaj doch noch der 2:2 Ausgleich gelang, der den Mindelstädtern Platz eins in der Gruppe einbrachte. Als Zweiter zog auch der ASC Simbach ins Halbfinale ein.
Während es in der Thannhauser Gruppe relativ ausgeglichen zuging, waren die Kräfteverhältnisse in der Gruppe A klar geregelt. Hier bestimmten Titelverteidiger Würzburger FV und der mittelfränkische Landesligist SV Seligenporten erwartungsgemäß das Geschehen. Zur allgemeinen Überraschung sicherte sich aber nicht Bayernligist Würzburg, sondern Seligenporten nach einem 2:1 Erfolg gegen die Mainfranken den Gruppensieg. Der oberbayerische Bezirksligist TSV Rohrbach und Gastgeber SV Essenbach (Kreisliga) konnten in diesem Turnier nicht mithalten. Für die Essenbacher blieb hinterher aber der Trost, von allen Seiten - und das völlig zurecht - großes Lob für diese perfekt organisierte Veranstaltung bekommen zu haben.

Im Halbfinale bekam es die TSG nun mit dem großen Turnierfavoriten Würzburger FV zu tun und manch einer unter den TSG-Anhängern vertrat vor dieser Begegnung die Meinung, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn die Thannhauser nur Gruppenzweiter geworden wären, weil man dann dem Titelverteidiger hätte aus dem Weg gehen können. Die Mindelstädter belehrten aber alle Skeptiker eines Besseren. Gegen Würzburg zeigten sie ihre stärkste Leistung an diesem Tag und gewannen verdient mit 2:0. In der Anfangsphase bewahrte Torhüter Sebastian Steidle sein Team mit zwei großartigen Paraden vor einem Rückstand. Dann bekamen die Thannhauser das Geschehen aber immer besser in den Griff. Nach torloser erster Halbzeit brachte wieder einmal Stefan Selig, der in diesem Spiel und auch im Finale durchspielte, seine Farben nach einer einstudierten Eckballvariante in der 13. Minute in Front. In der Schlussphase drängten die Würzburger zwar noch einmal, Andreas Kühnl schoss die TSG mit dem 2:0 aber endgültig ins Finale.

Zuvor hatte der ASC Simbach den SV Seligenporten im ersten Halbfinale mit 8:3 deklassiert.
Somit standen sich mit der TSG und dem ASC Simbach die beiden besten Mannschaften dieses Turniers im Finale gegenüber. Wie die Thannhauser hatten auch die Simbacher in diesem Winter alle fünf gespielten Turniere gewonnen, und daher stand bereits vor dem Endspiel fest, dass eine dieser Serien nun reisen würde. Zunächst sah es sehr zur Freude der TSG-Fans ganz danach aus, als ob die Thannhauser ihre blütenreine Weste behalten würden. Stefan Selig brachte die TSG früh in Front. In einer starken Anfangsphase hätten die Mindelstädter bei einigen guten Chancen eigentlich das zweite Tor nachlegen müssen. Die größte Möglichkeit vergab Andreas Kühnl, der nach Zuspiel von Selig den Ball zum Entsetzen der Thannhauser Anhänger aus kurzer Entfernung an die Bande statt ins leere Tor schob. Das Auslassen dieser und weiterer Möglichkeiten bestraften die Simbacher mit dem überraschenden Ausgleich kurz vor der Pause. Beim zweiten Treffer der Niederbayern kurz nach dem Wechsel hatte die TSG großes Pech, als Torhüter Steidle einen Schuss glänzend parierte, das Leder aber vom Knie von Peter Jakob ins eigene Tor trudelte. Unermüdlich angetrieben von den Fans kämpften die Thannhauser aber mit Macht um den Ausgleich, der Christian Streitel dann auch tatsächlich gelang. Die Freude währte aber nur kurz, denn 60 Sekunden später ging Simbach erneut in Führung. Nach dem vierten Simbacher Treffer eine Minute vor dem Ende war der Traum vom Titel für die TSG dann endgültig ausgeträumt.




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