TSG: Böld - Deberling (59. Leiteritz), Hänsle, Selig, Gschrey (78. Akyel)- Sandner, Balogh, Winzig, Micheler - Cantürk, Miroci (69. Lauer)
SVP: Shohat - Benzinger, Malige, Königer, Berchtold - Duswald, Cukur (87. Reitter), Schuff, Knapic (85. Heckel) - Rauch, Schlichting (72. Will)
Tore: 0:1 (65.) Toni Rauch, 0:2 (82.) Toni Rauch
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Matthias Schepp (TSV Schwabhausen)
gelbe Karten: Cantürk, Winzig, Balogh / Knapic
Während seine Mannschaftskameraden schon den unrühmlichen Abgang vollzogen hatten, saß David Balogh noch auf dem Rasen des Thannhauser Mindelstadions. Umringt von einer Schar Kinder, den D-Juniorenfußballern der TSG. Was Balogh mit den Mädels und Jungs zu besprechen hatte? Wie man es nicht machen darf, wenn man ein Spiel gewinnen will, musste er den Zehn- und Elfjährigen nicht sagen, das nämlich hatten die Mindelstädter Landesligafußballer bereits in den vergangenen 90 Minuten praktiziert. Eine harmlose TSG Thannhausen hat gegen einen ebenso harmlosen Tabellennachbarn das sogenannte Sechs-Punkte-Spiel nicht unverdient mit 0:2 verloren.
Ob D-Juniorentrainer und TSG-Mittelfeldspieler Balogh wohl von den Jugendlichen auf die Ereignisse in der 65. Minute angesprochen wurde? Da nämlich verlor er in Höhe der Mittellinie den Ball, was die Pullacher umgehend bestraften. Christian Duswald ging über rechts durch und seine scharfe Hereingabe verwertete Rauch aus acht Metern zur Gästeführung. Auch beim zweiten Treffer der Gäste in der 82. Minute sah die Thannhauser Defensivabteilung nicht gut aus. Jedenfalls konnte sie den Doppelpass von Rauch und Volkan Cukur im Strafraum nicht unterbinden und der Schütze des Pullacher Führungstores traf erneut, diesmal aus kurzer Entfernung flach ins rechte Eck. Das Spiel war gelaufen.
Wie die Partie gelaufen wäre, wenn der Thannhauser Volkan Cantürk in der 6. Minute mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze nicht die Latte, sondern ins Netz getroffen oder Mathias Gschrey (41.) bei seiner Großchance nicht ebenfalls um wenige Zentimeter das Ziel verfehlt hätte? Vielleicht hätten die Zuschauer ein besseres Spiel gesehen. So mussten sie sich mit Leistungen begnügen, „die der aktuellen Situation der beiden Mannschaften entsprochen haben“, wie es Pullachs Trainer Karsten Teschke formulierte. Der Gästecoach bezeichnete das Offensivspiel seines Teams als „nicht gut“ und sprach von unbeweglichen Angreifern. Und genau das traf auch auf die Thannhauser zu. Die Mindelstädter verstanden es einfach nicht, den nötigen Druck aufzubauen und den Gegner in Verlegenheit zu bringen. Ungenaues Abspiel, planlose Flanken, wenig Ideen - da bereitete es Pullachs Torwart Sohat Gil und dessen Vorderleuten keine große Mühe, den Kasten sauber zu halten. Lediglich in der 80. Minute machte Stefan Winzig mit seinem Kopfball, der nur um Zentimeter am Tor vorbeistrich, eine Ausnahme. „Mann kann nicht sagen, dass die Mannschaft nicht gewillt war. Aber die Fehlpassquote beweist, dass der Kopf nicht mitgespielt hat“, nannte TSG-Trainer Jochen Frankl einen Grund für die Niederlage, die übrigens noch höher hätte ausfallen können. In der 62. Minute hatte nämlich Sebastian Schuff TSG-Torhüter Thomas Böld bereits überwunden, doch Florian Sandner konnte noch vor der Linie klären. Aber auch so war der „wahnsinnig wichtige Tag, den wir nicht zum Befreiungsschlag nutzen konnten“ (Frankl), total versaut.
Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten
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